17.Spieltag FC Vorwärts Röslau

BOL Oberfranken, 17. Spieltag, 05.11.2011

BSC Saas Bayreuth - FC Vorwärts Röslau 0:0 (0:0)

Flotter Partie fehlte die Würze

Bei einem torlosen Remis muss es sich nicht unbedingt um einen müden Kick handeln. Auch am Sportplatz im Bayreuther Süden war besonders nach der Pause teilweise richtig Feuer in der Partie. Trotz der wenigen hochkarätige Torchancen hatten beide Mannschaften dabei die Gelegenheit, den Platz als Sieger zu verlassen.

Aus Bayreuth Hans Wunder

Wenn der Tabellenführer auf einen seinen härtesten Widersacher trifft, hat er die Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen – oder auch den Platz an der Sonne zu verlieren. Doch damit nicht genug an Nervenanspannung. Zudem standen sich an diesem Samstag zwei Teams mit ihren Erfolgsserien gegenüber. Während die Platzherren dabei bisher alle Heimspiele siegreich beendet hatten, konnte Röslau auswärts immer die volle Punktausbeute mit nach Hause nehmen. Bei dem Versuch, diese Serie weiter zu führen, mussten die Saaser ohne den verletzten Dominik Hofmann und mit den erkrankten Matthias Dames und dem angeschlagenen Michael Trat auf der Bank antreten, während der Röslauer Spielertrainer Turan Bafra, der selbst über Adduktorenprobleme klagte, auf Emre Simsek und Oliver Ernstberger verzichten musste.

Viel Hektik, wenig Präzision
Wie von den zahlreichen Besuchern erhofft, ging es gleich munter los. Allerdings hatte das hohe Tempo zur Folge, dass oft der Ballbesitz sehr schnell wechselte. Während die Gäste immer wieder auf eine Saaser Viererkette trafen, die wenig Lücken aufwies und von robuster Beschaffenheit war, versuchte der Tabellenführer sein Heil in Diagonalpässen. Dabei fehlte meist jedoch das exakte Timing, so dass die hohen Bälle zur leichten Beute von Sebastian Blechschmidt im FC-Tor wurden. Gefährlicher war es da, als sich der emsige Andreas Koch im BSC-Dress auf der linken Seite durchsetzte und mit seinem raffinierten Schlenzer aus 20 Metern Blechschmidt fast überwunden hätte, der den Ball gerade noch zur Ecke lenken konnte. Ansonsten hatten die Schützen auf beiden Seiten entweder ihre Visiere zu ungenau eingestellt oder wurden rechtzeitig geblockt. Nur als Gästekapitän Markus Walter in den Strafraum zog und vehement vom Ball getrennt wurde, gab es helle Aufregung. Doch der Unparteiische befand die Attacke trotz wütender Proteste nicht als strafstoßwürdig. Danach ersetzte Reinhard Lang den mit Knieproblemen kämpfenden Florian Maßberger, rückte in die Viererkette und sorgte mit seinen Freistößen und Eckbällen dafür, dass es im ersten Abschnitt zumindest noch ab und an zu so etwas wie Torgefahr kam.
Schrecksekunde für die Eck-Schützlinge
Sicherlich hatten noch nicht alle Zuschauer ihre angestammten Plätze eingenommen, als die Elf aus dem Fichtelgebirge direkt nach Wiederanpfiff einen schnellen Angriff über die linke Seite wagte, den Ball vom eingewechselten Florian Spörl auf Ertac Tonka brachte und der die Kugel an der rechte Eck des Strafraumes weiterleitete, wo sich der ebenfalls neu ins Spiel gekommene Milan Kompas befand. Doch der 27-jährige Offensivspieler zeigte Nerven und drosch den Ball völlig freistehend knapp über den einheimischen Kasten. Wenige Minuten später hatte der Bayreuther Angreifer Alexander Süß die Gelegenheit, seine Truppe in Front zu bringen. Aus sieben Metern versuchte er aus spitzem Winkel den Röslauer Torwart zu überwinden, fand bei seinem Flachschuss in ihm jedoch seinen Meister. Danach gelang es den Saasern, das Spiel immer mehr an sich zu reißen, während sich die Bafra-Schützlinge zunehmend auf Kontergelegenheiten konzentrierten. Allerdings kam nur nach einem Dachsbacher-Aufsetzer aus gut 25 Metern, der von Blechschmidt gerade noch zur Ecke geklärt werden konnte und nach einem Koch-Solo, als der Ball um Haaresbreite am rechten Pfosten vorbei strich, noch einmal Torgefahr auf. Ansonsten wurde die hektische Schlussphase zunehmend von Standardsituationen bestimmt. Dabei musste auch BSC-Keeper Thorsten Schmidt noch einmal kräftig durchatmen, als ein Geschoss von Petr Kopriva aus gut 30 Metern knapp über die Latte flog. Während die Saaser anschließend mit ihrer Überlegenheit wenig anzufangen wussten, forderten die Gäste nach einem angeblichen Handspiel von Michael Trat erneut einen Strafstoß. Während es jedoch bei der Foulszene durchaus Elfmeter hätte geben können, war es hier unstrittig, dass Michael Trat ohne erkennbare Absicht der Ball an die Hand gesprungen war.

War der gegenseitige Respekt zu groß?
Wer aufsteigen will, muss gegen direkte Kontrahenten gewinnen. Allerdings war dieser unbedingte Wille zum Sieg heute bei keinem der beiden Teams erkennbar. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die beiden aufmerksamen Abwehrreihen den Stürmern nur wenige Entfaltungsmöglichkeiten gestatteten. Letztlich dürften die Gäste etwas glücklicher über diesen Punkt gewesen sein, während Armin Eck und seine Spieler etwas nachtrauern, dass sie ihren Heimvorteil nicht nutzen konnten.

BSC Saas Bayreuth: Schmidt T., Günther, Schatz (46. Trat), Dachsbacher, Maßberger (23. Lang), Süß (79. Rosenzweig), Stenglein , Abraham, Hofmann , Werther , Koch A.
FC Vorwärts Röslau: Blechschmidt , Zakrzewski, Kopriva , Pollak, Kalan , Knoblauch (46. Spörl), Tonka , Sieg H. , Walther Ma. (88. Denizeri), Bafra Tu. (46. Kompas ), Neumann
Tore: keine Tore