19.Spieltag FSV Bayreuth

BOL Oberfranken, 19. Spieltag, 19.11.2011

BSC Saas Bayreuth - FSV Bayreuth 0:4 (0:1)

Zu hohe Fehlerquote

Schon zuletzt war der Motor des BSC Saas etwas ins Stocken geraten. Und auch im Stadtderby konnte man letztlich nichts erben, wobei die Eck-Schützlinge letztlich sogar noch Glück hatten.
Aus Bayreuth Harald Judas

Das Spiel war nun also das zweite Derby für den BSC Saas hintereinander. Und zudem ein spannendes Verfolgerduell des Herbstmeisters, der inzwischen aber auf den vierten Rang zurückgefallen war, gegen den Tabellensiebten. Wie erhofft wieder ein Zuschauermagnet wie in der Vorrunde, als sich 700 Zuschauer das Aufeinandertreffen nicht entgehen lassen wollten, war die Begegnung diesmal nicht. Die Verantwortlichen hatten sich noch mehr als die 300 Zuschauer, die auf die Heinz-Weiske-Sportanlage gekommen waren, erwartet. In der vergangenen Woche hatten die Saaser beim Gastspiel noch ziemlich mit dem Schiedsrichter gehadert, verloren letztlich in der Nachspielzeit sehr unglücklich. Und zwar nicht nur das Spiel sondern auch Patrick Werther, der in der entscheidenden Szene mit Rot vom Platz musste und für zwei Spiele gesperrt wurde. Ein schwer wiegende Schwächung, hatte er doch zuletzt konstant gute Leistungen gezeigt. Coach Armin Eck musste zudem auf die verletzten Florian Maßberger und Reinhold Lang verzichten. Studienbedingt fehlte Alexander Günther. Die Gäste hingegen hatten zuletzt zumindest eine überzeugende zweite Halbzeit gegen den Vorwärts Röslau gezeigt und nach 0:2-Rückstand noch ein 2:2 geholt. Coach Roland Grüner hatte zudem bis auf die Langzeitverletzten alle Mann an Bord und ging deshalb durchaus zuversichtlich in die Partie.

Präsente Gäste
Ganz wie die Voraussetzungen vermuten ließen, verlief dann auch der Start der Partie. Schon die ersten Szenen gehörten in diesem Stadtderby der Bezirksoberliga den Gästen. Doch auch der BSC begann durchaus couragiert und so dauerte es nur bis zur fünften Minute, bis auch die Gastgeber durch Abraham einen ersten Warnschuss abgeben konnten. Und als dann Abraham Alexander Süß auf dem Flügel bediente, konnte der eine Flanke hereinziehen, allerdings ohne dass sich in der Mitte etwas ergeben hätte. Denn diese Szene war irgendwie symptomatisch für das Spiel der Saaser. Sie konnten sich mitunter zwar ganz gut in Szene setzen. Doch im Abwehrzentrum stand der FSV kompakt und zudem mit einem Keeper Michael Bär, der wie auch in dieser Szene alle Flanken, die den Weg in seine Nähe fanden, sicher herunterpflückte. Früh kam dann beim BSC Saas eine weitere Hiobsbotschaft hinzu. Michael Trat hatte einen Schlag auf den Knöchel bekommen und musste schon nach einer Viertelstunde ausgewechselt werden. Eine weitere Schwächung der Saaser Defensive.
Die Gäste hingegen, die sich schließlich absolut auf ihre Defensive verlassen konnten, setzten nun immer häufiger Nadelstiche. Eine erste glänzende Gelegenheit ergab sich in der 25. Minute. Koßmann konnte hierbei über halblinks in den Strafraum eindringen und legte sich den Ball an Keeper Thorsten Schmidt, der in der Szene etwas zu spät kam, vorbei. Schmidts traf den Stürmer. Die Rettungsaktion ahndete Schiedrichter Egelkraut auch völlig zu Recht mit Strafstoß. Er verzichtete allerdings auf die Rote Karte, obwohl Koßmann sicher eine sehr gute Möglichkeit zum Torerfolg gehabt hätte. Den folgenden Strafstoß trat Wauter dann zwar mit Wicht, allerdings nicht platziert genug. Schmidt konnte so seinen Fehler wett machen. Beim BSC Saas schlichen sich nun allerdings immer wieder Fehler ins Spiel ein. So verlor der eingewechselte Rosenzweig gegen Tobias Streng den Ball. Streng wurde dann gelegt, wobei dieser Freistoß ebenfalls nichts einbrachte. Einem weiteren Fehler entsprang dann doch noch die zu dem Zeitpunkt verdiente Gästeführung. Matthias Dadder attackierte den Saaser Torwart, der in der Szene höchst unglücklich den Stürmer anschoss. Der Ball prallte zudem Richtung Tor ab, Dadder setzte hinterher und brauchte das Spielgerät aus halbrechter Position nur noch einschieben. Zu dem Zeitpunkt hatten die Gäste aber auch auch längst mehr vom Spiel.
Erst nach diesem 0:1 versuchte der BSC wieder druckvoller zu spielen. Alexander Süß, Andreas Koch und Thomas Stenglein waren um den Aufbau bemüht, doch gute Gelegenheiten sprangen nicht heraus. Die 1:0-Führung der Gäste war aber auch insgesamt gerecht und hätte schon zu diesem Zeitpunkt deutlicher ausfallen können.

FSV macht den Sack zu
Der Saaser Trainer hatte in der Pause dann offenbar versucht, doch noch einige Prozente aus seinem Team herauszukitzeln. Denn die Gastgeber versuchten nach dem Pausentee gleich einmal druckvoll nach vorne zu spielen. Doch die Gäste setzten auch gleich einmal einen Konter, bei dem jedoch der Saaser Torwart zur Stelle war. Die Gäste waren insgesamt weiter aufmerksam und ihnen kam auch wenn nötig das Glück des Tüchtigen zu Hilfe. Denn als Nagel aus 25 Metern mit dem Außenrist abzog, schlug der Ball unhaltbar ein - das Tor des Tages. Und gleich in der nächsten Szene fiel die Entscheidung. Erneut wurde ein Spieler der Gäste gelegt und erneut gab es Foulelfmeter. Diesmal trat Koßmann zum Duell an und machte es besser. Die Gäste führten 3:0 und sie waren schlicht konzentrierter und sie blieben ihrer Linie treu, kompakt zu stehen. Und sie hatten auch weiter die besseren Szenen. In der 65. Minute kam Menzel über rechts zum Flanken und in der 67. Minute hatte Torwart Schmidt Mühe bei einem Aufsetzer. Die beste Gelegenheit für den BSC Saas bis dahin hatte anschließend Dachsbacher. Doch FSV-Coach forderte nun lautstark, den Gegner wieder früher in die Zweikämpfe zu zwingen, was seine Jungs auch umgehend umsetzten. Und einem konsequenten Nachsetzen im Mittelfeld entsprang auch ein weiterer Treffer zum 4:0 der Gäste. Alexander Koßmann erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball, lief noch einige Meter auf Keeper Schmidt zu und vollendete sicher. Der FSV setzte auch in der Schlussphase weiter auf seine Kompaktheit, woran die Saaser sich das eine oder andere Mal die Zähne ausbissen. Flanken waren jedenfalls auch weiter sichere Beute von Torwart Bär. Der FSV hingegen hatte sogar noch Gelegenheit die Führung noch weiter auszubauen. Doch Dadder scheiterte (83.) genauso wie Koßmann, der in der Schlussphase auf halblinks in den Strafraum eindringen konnte. So blieb es bei einem letztlich ungefährdeten 4:0-Sieg der Gäste, denen damit eine erfolgreiche Revanche für die in der Vorrunde erlittene Heimniederlage gelang.

Auf ein Neues 2012
Der Saaser Trainer Armin Eck analysierte nach dem Schlusspfliff folgerichtig, dass es seinem Team einfach nicht gelungen war, mehrere Ausfälle in der Defensive zu kompensieren. Die Gäste nahmen die ausgesprochen Einladung jedenfalls dankend an und entführten überaus deutlich die Punkte aus der Saas. Das war's also nun für 2011: Denn anders als auf Kreisebene, geht es in der Bezirksoberliga, ganz wie ursprünglich terminiert, erst im neuen Jahr weiter. Der BSC Bayreuth-Saas muss dann am 11. März bei der SpVgg Ebing antreten. Genug Zeit also für Coach Armin Eck, um seine Jungs wieder aufzurichten. Der FSV Bayreuth hat hingegen dann den 1.FC Redwitz zu Gast.

BSC Saas Bayreuth
: Schmidt T. , Lang, Pütterich M., Schatz, Trat (15. Rosenzweig ), Dachsbacher, Abraham, Hofmann, Süß, Koch A. , Stenglein
FSV Bayreuth: Bär, Szydlik, Wagner, Koßmann, Scholz (86. Riesner), Menzel, Nagel, Dadder, Streng (63. Gilgert M.), Wauter, Fetzer (81. Wanke)
Tore: 0:1 Dadder (34.), 0:2 Nagel (55.), 0:3 Koßmann, Foulelfmeter (56.), 0:4 Koßmann (72.)