Erste Mannschaft

Trainer und Betreuer

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Nach Klatsche Kabine auseinander genommen

Martin Scholti freut sich über die erfolgreiche Vorrunde seiner Saaser.

Saaser leisteten ganze Arbeit
Nach Klatsche Kabine auseinander genommen
von Hans-Jürgen Wunder
Mit einer 0:4-Schlappe im Lokalderby gegen den FSV verabschiedeten sich die BSC-Bezirksoberligafußballer in die Winterpause. Wie erst jetzt bekannt wurde, entlud sich beim anschließenden Kabinenfest der Frust, so dass die eigene Kabine zerlegt wurde - allerdings zur großen Freude der Verantwortlichen.
Auch sonst läuft bei den Saasern vieles anders, als man es in der Bezirksoberliga gewohnt sein mag. Das beginnt schon damit, dass meist so 25 Fußballer der ersten und zweiten Mannschaft regelmäßig unter dem Kommando von Armin Eck trainieren. Bei den offenen Grenzen ist es schnell möglich, dass man ins Bezirksoberligateam rutscht und bei einem Leistungstief ebenso gut möglich, dass die Fußballschuhe für die Kreisliga geschnürt werden müssen. Diese breite Basis hatte sich zunächst hervorragend bewährt. Nach 14 Spieltagen konnte man als Tabellenführer noch eine glänzende Bilanz vorweisen. Unter den zahlreichen Neuzugängen verstanden es dabei besonders die beiden Ex-Creußener Stefan Abraham und Andreas Koch, für positive Schlagzeilen zu sorgen. Als dann in den letzten fünf Partien aber nur noch zwei Punkte geholt werden konnten und die Eck-Schützlinge im Lokalderby gegen des FSV bei der 0:4 Niederlage sogar etwas deklassiert wurden, rutschten sie bis zur Winterpause noch auf Platz 5 ab. „In den letzten Spielen passte die Konzentration nicht und vielleicht hat bei dem einen oder anderen Spieler auch die Kraft gefehlt“, fügt Martin Scholti an und erinnert daran, dass die zahlreichen Neuzugänge mit Ausnahme vom ehemaligen FSV - Akteur Thomas Stenglein bisher unterhalb der Bezirkoberliga gespielt haben.

Grenze erreicht?

Unabhängig vom Einbruch gegen Ende der Vorrunde sind die Saaser aber voll im Soll und streben einen der ersten sechs Plätze an, die zur direkten Qualifikation für die Landesliga berechtigen. Doch das scheint für die Lerchenbühler dann das Ende der Fahnenstange zu sein, weil man einerseits keine teuren Spieler holen möchte und andererseits der familiäre Charakter des Vereins bewahrt werden soll. Ohnehin hält er die Spekulation, dass der BSC die Spvgg Bayreuth als Nr. 1 der Wagnerstadt in naher Zukunft ablösen könnte, für nicht sehr realistisch. „Wenn man das vor zehn Jahren gesagt hätte, wäre man sicherlich nur müde belächelt worden“, ergänzt der 34-jährige Funktionär nicht ohne Stolz auf die Leistung der Verantwortlichen in den letzten Jahren: Dessen Vater Erich, ein namhafter ehemaliger Spieler der Altstädter, kümmert sich übrigens noch um die Alten Herren des Nachbarvereins. Sollten es die Saaser dennoch einmal schaffen, mit der Spvgg gleich zu ziehen und in einer Liga zu spielen, fordert Martin Scholti jetzt schon, dass seine Saaser dann von der Stadt Bayreuth zumindest einen Ausgleich für die kostenlosen Benutzung des Hans-Walter-Wild Stadions durch die Gelbschwarzen erhalten – Vater hin oder her.

 

Gute Laune bei der Saas

Der Herbstmeister blickt nach vorne
von Andreas Bär
Der BSC Saas-Bayreuth ist trotz der finalen 0:1-Niederlage beim Titel-Mitfavoriten SV Friesen Herbstmeister in der BOL Oberfranken. Zeit für anpfiff, den Saaser Höhenflug, aber auch die Defizite, mit Trainer Armin Eck näher zu beleuchten. "Wir sind mit dem bisher erreichten sehr zufrieden" meint der ehemalige Bayern-Profi wenig überraschend "nicht mehr, aber auch nicht weniger!"
Der Blick auf die Tabelle lügt meistens nicht. Aber er gibt auch mitunter Rätsel auf. Die Basis für den Saaser Höhenflug ist erst auf den zweiten Blick erkennbar. Acht Heimspiele bestritten die Lerchenbühler bislang. Achtmal hieß der Sieger auch BSC Saas Bayreuth. Die Truppe um Sturmführer Alexander Süß hat sich zu einem wahren Bollwerk auf heimischem Geläuf entwickelt. Kurios dabei: Nur in zwei Heimspielen schaffte es die Eck-Elf, auch ohne Gegentor zu bleiben. Dennoch: Kein einziges Mal gerieten die Saaser ernsthaft in die Situation, bei einem Heimauftritt um die drei Punkte zittern zu müssen - am ehesten noch gegen den DVV Coburg, als zwei Elfmetertore notwendig waren, um den 1:2-Rückstand noch in einen Sieg umzuwandeln.

Auswärts: Probleme trotz stärkster Abwehr

Ebenso eindrucksvoll wie auch kurios: Während die Rot-Weißen auf heimischem Boden noch verlustpunktfrei agieren, haben sie auswärts ihre Probleme. Und das trotz der mit Abstand stärksten Auswärtsabwehr - das größte Defizit der letztjährigen Saison hat man damit eindrucksvoll ausgemerzt. Nur fünfmal mussten Thorsten Schmidt und Dominik Heinl in den sieben Auswärtspartien hinter sich greifen. Doch zweimal reichte dem Gegner (Friesen, Redwitz) ein Tor zum Sieg, einmal trennte man sich torlos und der FC Strullendorf rettete mit einem eigenen Tor ebenfalls einen Zähler.

"Ein abgezockter Hund fehlt uns!"

Hapert es den Saasern an einem echten Knipser? Im Vorjahr schlüpfte Spielmacher Benjamin Schmidt in die Torjägerrolle - mit 15 Toren setzte er ein deutliches Zeichen. Doch Schmidt musste aufgrund gesundheitlicher Probleme zuletzt passen, absolviert zudem sein Referendariat in München. "Wenn wir ihn brauchen, ist er trotzdem sofort da" lobt Eck seinen ehemaligen "Chefknipser". Mit fünf Treffern sind Alexander Süß und FSV-Rückkehrer Thomas Stenglein bisher die erfolgreichsten BSC-Schützen - eine eher ungewöhnliche Konstellation für einen Ligaprimus. "Das ist schon kurios" schmunzelt auch der Trainer. Der ehrlicherweise zugibt: "Klar fehlt uns so ein abgezockter Hund, der in so einem Spiel wie dem in Friesen auch einmal ein Tor aus dem Nichts macht" gibt Eck unumwunden zu "der Schubi hat halt eine Chance und die sitzt auch" lobt er seinen Ex-Zögling Rene Schubart. Das sieht er aber nicht unbedingt als Nachteil: "Wir haben den Spielertypen einfach nicht im Kader und daher haben wir das System diesem Umstand angepasst" plaudert er aus dem Nähkästchen. Und will dabei eines nicht vergessen wissen: "Dafür haben wir eine Vielzahl von Leuten, die torgefährlich sind und auch schon getroffen haben. Und einen Torjäger kannst du dir halt nicht einfach schnitzen." Man hört es immer wieder heraus. Wichtiger als ein ausgemachter "Topstar" waren Eck und seinen Mitstreitern ein breiter und ausgeglichener Kader, der Ausfälle auch einmal kompensieren kann. Und mit dieser Maxime behielten die Macher der Saas bislang absolut recht. "Davon profitieren wir enorm" gibt Eck zu Protokoll "schließlich hatten wir zeitweise extreme personelle Probleme, die wir aber dadurch gut wettmachen konnten."

Was geht noch bis zur Pause?

Und wie geht es weiter mit der Eckschen Truppe? Zumindest theoretisch verspricht das Endprogramm eines zu sein, das auch punkteträchtig ist. Auswärts müssen die Saaser bei den beiden defensiv sehr anfälligen Aufsteigern aus Kasendorf und der SpVgg Bayreuth II antreten. Auf dem Lerchenbühler Punktegaranten-Hügel warten mit dem schärftsten Verfolger FC Vorwärts Röslau und dem FSV Bayreuth zwei absolute Hammergegner. Eck warnt einerseits, sieht andererseits aber auch eine große Chance in den letzten vier Partien. "Die beiden Auswärtsspiele sind schwerer als sie auf dem Papier wirken" warnt er vor den Aufsteigern. "Kasendorf gehört mit seiner Heim- und Offensivstärke für mich zu den Mannschaften zwischen fünf und zehn" lobt er die Truppe aus Kasendorf, die sein Vater Rudi fast zwanzig Jahre lang als Trainer unter seinen Fittichen hatte "und für Bayreuth II ist das Spiel gegen die Saas einfach das Spiel des Jahres. Da dürfen wir nicht nachlässig auftreten." Besonders freut sich Eck auf die beiden Topspiele gegen Röslau und den FSV Bayreuth. "Wir haben ja in den bisherigen Spitzenspielen bewiesen, dass wir nicht umsonst da oben stehen" erinnert er zurück an die Spitzenspiele der Vorrunde, in denen die Saas zumeist das spielstärke Team stellte und auch oft genug punktete. "Eigentlich dürften wir die Zwischenbilanz ja erst nach diesen vier Spielen machen" lacht Eck. Er weiß, das in den nächsten vier Wochen viele richtungsweisende Partien anstehen. "Auf den Herbstmeistertitel bilde ich mir sowieso nichts ein" hält der langjährige Bundesligakicker den Ball betont flach "in vier Wochen kann vieles schon wieder ganz anders aussehen."

Ex-Profi Armin Eck

Erfolgscoach mit Sinn fürs Wesentliche: Armin Eck, erneut von den anpfiff-Lesern zum BOL-Trainer des Jahres gewählt. anpfiff.info

Der BOL-Trainer des Jahres
von Andreas Bär
Armin Eck ist im Fußball ein alter Hase. Ob als Spieler unter anderem beim FC Bayern München und dem HSV. Oder als Trainer. Nach mehreren Stationen in Oberfranken (Bayreuth, Friesen, Hof) ist der Hutschdorfer jetzt beim BSC Saas Bayreuth gelandet. In der Abstimmung zum BOL-Trainer des vergangenen Saison ließ der symphatische Ex-Profi alle anderen Kollegen hinter sich. anpfiff unterhielt sich mit Eck, der am Rande der BOL-Eröffnungspartie gegen Kasendorf seine anpfiff-Urkunde in Empfang nahm.
Zu erzählen gibt es immer viel, wenn Armin Eck in der Nähe ist. Da muss es nicht um seinen eigenen Verein gehen. Oder um vergangene Profizeiten des Trainers. Der ehemalige Spielmacher blickt über den Tellerrand. Und kommentiert gerne und süffisant die Geschehnisse anderer Orte und Vereine. Nie bösartig, zumeist treffend. Und immer mit einem Schmunzeln. Das macht er aber auch intern. Unpopuläre Maßnahmen zu treffen oder zu erklären. Darin hat er Übung. Und auch die verkauft er meist in der ihm eigenen, scheinbar gottgegebenen Ruhe und gleichzeitig doch sehr konkret und zielführend. Ob ihn das in der Aussendarstellung so beliebt macht? Schließlich wurde er von den anpfiff-Lesern bereits zum zweiten Mal hintereinander zum BOL-Trainer der Saison gewählt.

Armin Eck, Glückwunsch zur Wahl zum Trainer des Jahres der abgelaufenen Saison.

Armin Eck: Danke, danke. So langsam kriege ich darin ja Routine (lacht).

Nimmt man so eine Auszeichnung groß zu Kenntnis? Immerhin ist es ja so, dass die Leser den Trainer des Jahres wählen. Und anpfiff hat traditionell in Bamberg mehr Leser als in Bayreuth. Schließlich ist anpfiff dort seit sechs Jahren vertreten, in Bayreuth und Kulmbach gerade mal eine Saison.

Armin Eck: Natürlich nimmt man das zur Kenntnis. Es ist eine tolle Geschichte, vor allem da ich ja quasi meinen Titel verteidigt haben. Ich kann das aber eigentlich nur weitergeben an die Mannschaft. So ein Titel für den Trainer ist nur als Team zu erreichen. Eine sehr gute Serie führt dann auch dazu, dass man als Trainer wertgeschätzt wird. Aber wie gesagt. Ich kann nur der Mannschaft und dem Umfeld danken.

Hand aufs Herz. Der Aufstieg wäre euch hier in der Saas doch lieber gewesen als der Titel. Schließlich hätten dort Derbys gegen Hollfeld, Neudrossenfeld und die Altstadt angestanden.

Armin Eck: Ach, ich denke, dass sich die Frage über die Serie gesehen nicht gestellt hat. Durch eine überragende Rückrunde sind wir in die Phalanx der großen drei Teams eingedrungen. Pettstadt, Gaustadt und Trogen haben schon in einer anderen Liga gespielt. Wir haben dann mit dem FSV, Röslau und Mitterteich um die Plätze dahinter gespielt. Am Ende kamen wir dann tatsächlich in den Genuß, noch einmal um Platz 2 mitzuspielen. Das war eine Riesengeschichte für uns, ohne Druck da noch einmal ranzuschnuppern. Und klar: Wir hätten es natürlich auch mitgenommen, wenn es sich ergeben hätte. So war der dritte Platz aber eine tolle Erfahrung.

Ist das jetzt das typische Ecksche Understatement? Schließlich hast du im Vorjahr ja doch eine Truppe zur Verfügung gehabt, die ihre Qualitäten hatte. Auch wenn Hannes Sommerer im Winter nach Hollfeld wechselte.

Armin Eck: Eigentlich nicht. Es war ja wirklich so, dass im Winter niemand mehr damit rechnen konnte. Dann hat es sich einfach so entwickelt. Da waren andere Mannschaften schon sehr viel stärker.

Und in der Saison? Da muss doch etwas gehen. Mit Thomas Gissibl hat nur ein wirklich wichtiger Spieler das Team verlassen. Und dazu wurden vielversprechende junge Kicker und ein Punktegarant wie Thomas Stenglein geholt. Fünf Siege in den ersten fünf Spielen. Wehrt Ihr sich noch gegen die Favoritenbürde?

Armin Eck: Fakt ist, dass wir den Kader bewusst und sinnvoll ergänzt haben. Aber unsere Neuzugänge sind bis auf Stenglein allesamt aus unteren Klassen. Das darf man nicht vergessen. Da ist es dann auch nicht verwerflich, den Ball flachzuhalten. Das andere Mannschaften sich mit höherklassigen Akteuren verstärkt haben, ist ja auch niemandem entgangen. Wir haben auf unser Problem reagiert. Unser Kader war einfach zu klein. Mit einigen Akteuren stand ich schon länger in Kontakt. Die zeigen ja jetzt auch, dass sie BOL spielen können. Aber Friesen mit Schubi, Fugmann und Koch, der FSV mit Auner und Kossmann, auch Strullendorf und Mitterteich - das sind schon andere Kaliber.

Aber ganz ehrlich: Die Qualität im Kader. Da muss doch etwas drin sein? Ein Trainerkollege hat sinngemäß geäußert, dass ihr euch nur durch eigene Überheblichkeit schlagen könnt.

Armin Eck (lacht): Also so ist es ja nun doch nicht. Unser Ziel ist klar abgesteckt. Wir wollen unter die ersten sechs. Das ist der Maßstab. Wenn wir das erreichen, bin ich glücklich und zufrieden. Mit den fünf Siegen zum Auftakt sind wir jetzt erst einmal gut dabei. Aber man hat gesehen, dass es Rückschläge wie in Redwitz gibt. Da darfst du dich nicht hängen lassen. Die Aussage des Kollegen sehe ich einfach als Anerkennung für eine gute Arbeit. Das ist eine schöne Geschichte. Aber ich glaube weder, dass wir überheblich auftreten, noch dass uns dann keiner stoppen kann. Als Trainer musst du einfach die Sicherheit, die sich nach Siegen einstellt, hochhalten. Die Liga ist ja, auch durch die Aufsteiger bedingt, schon bärenstark. Redwitz, die Altstädter Zweite und Kasendorf tragen dazu bei, dass das Niveau in der BOL recht hoch ist. Und vor schwachen Tagen sind wir auch nicht gefeit. Ich persönlich hoffe, dass es für Platz 6 reichen wird. Dabei bleibe ich auch!

Die Karriere des Armin Eck in Zahlen:

Als Spieler:

bis 1978: TSV 08 Kulmbach
1978-1987 SpVgg Bayreuth
1987-1989 FC Bayern München
1989-1994 Hamburger SV
1994-1997 Arminia Bieleféld
1997-1997 Hessen Kassel
1997-1998 Arminia Bielefeld
1998-1999 SC Weismain
1999-2000 SpVgg Bayreuth

Als Trainer:

2000-2003 SpVgg Bayreuth
2003-2006 SV Friesen
2006-2007 SpVgg Bayern Hof
2009-heute BSC Saas Bayreuth