16.Spieltag SV Bavaria Waischenfeld
KL 2 Bayreuth-Kulmbach, 16. Spieltag, 06.11.2011
SV Bavaria Waischenfeld - BSC Saas Bayreuth2 0:1 (0:0)
Eigentor nach Abwehrschlacht
Das war bitter für Waischenfeld. Da haben sie 75 Minuten mit Mann und Maus verteidigt und ihren Kasten sauber gehalten, und dann köpft ihnen der eigene Mann ein Ei ins Nest. Doch danach ging es in der kampfbetonten Partie erst einmal richtig rund.
Aus Waischenfeld Hans Wunder
Geht es nach oben oder nach unten, lautete die Frage, die sich beide Kontrahenten vor diesem richtungsweisenden Duell stellen mussten. Während die Waischenfelder als Aufsteiger mit ihrem Mittelfeldplatz momentan zufrieden sein dürften und es für sie in erster Linie darum ging, den Abstand zu den Abstiegsplätzen zu wahren, hatte die Bezirksoberligareserve sicherlich ehrgeizigere Ziele. Allerdings mussten die Schützlinge von Stefan Ruscher, die vor dem Spieltag nur drei Punkte vom Relegationsplatz um den Aufstieg trennte, zuletzt eine empfindliche 1:5-Niederlage bei den abstiegsgefährdeten Weidenbergern hinnehmen. Bei dem Versuch um Wiedergutmachung, konnten die Saaser auch den bezirksoberligaerprobten Michael Trat einsetzen. Die Schützlinge von Fritz Eckert mussten dagegen mit Polster, Wohlfahrt, Teufel und Pitroff zahlreiche Ausfälle verkraften, hofften aber, nach dem 5:4-Sieg in der Vorrunde, erneut punkten zu können.
Gastgeber igeln sich ein
Wenige Minuten waren gespielt, da zog der Saaser Sven Rosenzweig aus 20 Metern ab und prüfte Thomas Bornschlegel im Bavaria-Tor. Obwohl der einheimische Keeper mit dem Flachschuss keine Probleme hatte, war die Richtung schon einmal vorgegeben, in die diese Partie lange Zeit laufen sollte. Allerdings schafften es die Gäste kaum, den Ball gefährlich auf den einheimischen Kasten zu bringen. Im Gegenteil: Als der Bayreuther Ferdinand Fischer aus 25 Metern abzog, landete der Ball zwar in einem viereckigen Kasten. Allerdings traf der BSC–Verteidiger zur allgemeinen Erheiterung den gut 15 Meter neben dem Tor gelegenen Ausschank, in dem die freundliche Verkäuferin von Speis und Trank reflexartig den Kopf einziehen konnte, bevor die Lederkugel mit dem Kühlschrank kollidierte. Etwas genauer nahm wenig später Christian Wölfel aus 20 Metern Maß und zwang Keeper Bornschlegel mit seinem halbhohen Schuss zu einer Glanzparade. Während die Gastgeber in dieser Zeit den Ball kaum in der gegnerischen Hälfte gegen die Bayreuther Viererkette behaupten konnten, rollte ein Angriff nach dem anderen auf den Bavaria-Kasten. Nur der Umstand, dass die Ruscher-Schützlinge sehr ungenau zielten und sich die Gastgeber mit großem Einsatz in die Bälle warfen, verhinderte eine Gästeführung. In den 45 Minuten Einbahnstraßenfußball schaffte es deshalb nur noch BSC–Verteidiger Marco Pütterich aus der Distanz für Torgefahr zu sorgen. Waischenfelder Angriffe waren dagegen weitgehend Fehlanzeige. Nur bei zwei Schüsschen musste BSC-Keeper Markus Spindler seine Spielbeobachtung unterbrechen – seine Konzentration sollte allerdings noch getestet werden.
Gästeführung ändert alles
Nach dem Wechsel durfte auch der Bavaria-Torjäger der letzten Saison, Jürgen Zitzmann, mit auflaufen. Trotzdem änderte sich zunächst wenig. Erst mit zunehmender Spieldauer wagten sich die Platzherren etwas mehr nach vorne, was den einheimischen Trainer Fritz Eckert prompt zu dem Ausruf verleitete: „Auf geht’s, hinten sind die total unsicher.“ Noch sollte es geraume Zeit in Anspruch nehmen, bis sich seine Schützlinge davon selbst ein genaueres Bild machen konnte. Zunächst einmal setzten die Saaser ihren Gegner gehörig unter Druck und nach einigen brenzligen Situationen hätte Marcel Preiss den Führungstreffer eigentlich besorgen müssen, als er aus sieben Metern freistehend knapp verzog. Doch wer lange Zeit erfolglos anläuft, muss damit rechnen, selbst ein Kontertor zu kassieren. Ausgerechnet, als die Waischenfelder immer mutiger wurden, wollte der eingewechselte Waischenfelder Rainer Brendel eine Trat-Flanke per Kopf ins Toraus bugsieren, erwischte das Spielgerät nicht wunschgemäß und schon zappelte die Kugel zum 1:0 für die Gäste im Netz. Danach stürmten die Gastgeber entschlossen nach vorne und Gästekeeper Markus Spindler musste Schwerstarbeit verrichten. Erst entschärfte er eine fulminante Granate von Thomas Gruber und dann rettete er aus kurzer Distanz gegen Markus Bachmann. Bei dem Lattenkracher von Andre Gold hatte er hingegen das Glück des Tüchtigen und als Sebastian Ott in der Schlussminute seinen Kopfball nicht auf das leere Tor lenken konnte, war der Auswärtssieg für die Bezirksoberligareserve perfekt.
Was wäre, wenn…
Dass der Gästesieg in Ordnung geht, muss nach dem klaren Chancenplus und der teilweise erdrückenden Überlegenheit nicht diskutiert werden. Allerdings war ein Punktgewinn der Eckert-Truppe nach der Schlussoffensive durchaus im Bereich des Möglichen. Und wer weiß, wie die Begegnung geendet hätte, wenn das Eigentor nicht gerade zu einem Zeitpunkt gefallen wäre, als der Angriffsdruck der Bayreuther zu erlahmen schien. Gerecht oder ungerecht ist dann hinterher oft zweitrangig.
SV Bavaria Waischenfeld: Bornschlegel, Rost, Jöbstel, Bachmann M., Eckert F., Taschner Mi., Meidenbauer O., Gruber T. , Ott S., Reh , Gold, Zitzmann (2. HZ), Brendel R. (2. HZ)
BSC Saas Bayreuth 2: Spindler, Engelhardt, Pütterich M., Sabbarth H. , Weber D., Wölfel, Trat, Weber M., Weiß, Rosenzweig , Preiss, Zimmermann (2. HZ), Knappe (2. HZ)
Tore: 0:1 Eigentor (77.)









